Ludwigsenweg Nr. 1Maschinenfabrik B├╝nting, 1910Wegweiser



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Aktualisiert am: 26.03.2020






Firmengeschichte der Maschinenfabrik B├╝nting in Jeddeloh IHeadline

Autor: Klaus Kruse

1858 besitzt Johann Christian zu Jeddeloh (Heute Gasthof Bunjes gegen├╝ber) ein Haus und eine Windm├╝hle auf dem Grundst├╝ck.

1863 kauft Johann J├╝chter, Hausmann in Edewecht die Liegenschaft.

1875 erbt Gerhard J├╝chter die Geb├Ąude.

1880 werden beide Geb├Ąude durch ein Blitzschlag zerst├Ârt und anschlie├čend wieder neu errichtet

1882 kauft Johann Gerhard H├╝ttemann die Liegenschaften.

1885 kauft dann Johann B├╝nting, Hausmann in Edewecht die Liegenschaften.

25.02.1888 kauft dann Johann Diedrich zu Jeddeloh, Hausmann in Jeddeloh die Geb├Ąude und errichtet 1900 einen Speicher mit Schweinkofen.

1902 kauft dann der 1880 in Edewecht geborene Gerhard B├╝nting das Anwesen.
Der technisch hochbegabte Bauernsohn lie├č sich nach dem Besuch der dreiklassigen Edewechter Volksschule im Maschinenbau ausbilden. Nach Ableistung seiner Milit├Ąrzeit war es sein Wunsch, sich als Maschinenbauschlosser selbstst├Ąndig zu machen. Da er dem junkerlichen Geschlecht derer B├╝nting zu Edewecht und zwar aus der vom Hauptstamme abzweigenden "Harbert-Friedrich\'schen Linie", dem sogenannten "Veen Hus", stammte, konnte er diesen Wunsch in die Tat umsetzen. Im Alter von 22 Jahren begann er mit der Errichtung einer Werkstatt und eines Privathauses. Zu diesem Zweck kauft Gerhard von der Firma R.Wolf, Magdeburg Buckau einen Dampfkessel zur Erzeugung von Strom und W├Ąrme.

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Gerhard B├╝nting mit seiner Ehefrau Anna Pauline B├╝nting geborene Grabhorn.

image Aufnahme um 1904

B├╝ntings erster Mitarbeiterstab setzte sich gr├Â├čtenteils aus M├Ąnnern zusammen, die er w├Ąhrend seiner aktiven Milit├Ąrdienstzeit kennen gelernt hatte. So geh├Ârten u.a. dazu: Der sp├Ątere Edewechter Elektrikermeister Dietrich Ebken, der Schmied Jan Weetjen und der Drehermeister Heinrich Rehling.

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image Die Bilder zeigen die Dampfmaschine und den Gleichstromgenerator. Den Dampf erhielt die Maschine aus dem angrenzenden Kesselhaus. Dieser Kessel wurde mit Torf befeuert. Der Torf wurde mit einer Torfbahn aus dem eigenem Moorgebiet geholt. Zu diesem Zweck gab es mit der Ziegelei ein gemeinsames Gleissystem.

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Es dauerte auch nicht lange, bis der junge Unternehmer ein eigenes Elektrizit├Ątswerk aufgebaut hatte. Mit der Dampfmaschine erzeugte er Gleichstrom der dann in gro├čformatigem Akkumulator gespeichert wurde. Noch 1902 konnte er den ersten Strom abgeben. Zu den ersten Abnehmern geh├Ârten der Hausmann J.D. zu Jeddeloh und der Ziegeleibesitzer Oltmanns.
Der Gastwirt Georg Bunjes erhielt an seinem Hochzeitstag, dem 21.1.1907, eine elektrische Beleuchtung zum Geschenk und ein Hochzeitsgast soll beim Anblick der aufleuchtenden Kohlenfaden-Gl├╝hbirnen ausgerufen haben:
"So ├Ąhnlich stell ick mi uck den Himmel vor."

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W├Ąhrend im Jahre 1902 in Jeddeloh schon die ersten Gl├╝hbirnen erleuchteten, sa├čen die Edewechter noch im Schein ihrer Petroleumlampen. Es folgten dann bald weitere Hausanschl├╝sse, zun├Ąchst in Jeddeloh, aber dann auch in den benachbarten Orten. Sogar die Einwohner in den Bezirken Kayhauserfeld und Achternmeer erhielten Strom aus Jeddeloh. Bis zum 1. Weltkrieg waren mehr als 500 Haushaltungen und Betriebe angeschlossen. Gerhard B├╝nting stellte sich auch mit Rat und Tat beim Aufbau verschiedener Elektrizit├Ątswerke im ├╝brigen Ammerland zur Verf├╝gung. So beriet und unterst├╝tzte er die Petersfehner und Wiefelsteder. Im Jahre 1906 stand er mit seinen reichen Erfahrungen und Fachkenntnissen dem Torsholter Unternehmen von Hisje zur Seite. Auch die Neuenburger in der Friesischen Wehde verdankten damals B├╝nting den Einzug des elektrischen Lichtes.

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1903 Befinden sich auf dem Grundst├╝ck:
a) Wohnhaus und Maschinenhaus
b) Haus am Esch, Windm├╝hle am Esch

1904 weisen die Unterlagen folgendes aus:
a) Wohnhaus mit Zwischenbau, Fabrikgeb├Ąude, Schornstein
b) Haus, Speicher mit Schweinekofen, Windm├╝hle

1907 heiratet Gerhard B├╝nting, Anna Pauline Grabhorn aus Steinhausersiel.

1908 wird ein Torfhaus errichtet. Im gleichen Jahr wird Sohn Georg B├╝nting geboren

1909 wird ein Haus mit Stall errichtet. (Heute Jeddeloher Damm 27)

Ca. 1910-11 wird die Windm├╝hle abgebrochen.

image Ansichtskarte um 1910

Schon im Jahre 1911 machte Gerhard B├╝nting, so weit bekannt, als erster Gemeindeb├╝rger seinen Kraftwagen-F├╝hrerschein und kaufte sich dann das erste Auto.

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image 1913 wird dann das M├╝hlenhaus (Jeddeloher Damm 31) errichtet.

1926 stirbt dann Gerhard B├╝nting, geb. 1880 in Jeddeloh im Alter von 45 Jahre. Sein Sohn Georg ├╝bernimmt die Arbeit im Betrieb.

1930 zerst├Ârte ein bei der Torffeuerung f├╝r den Dampfkessel entstandener Brand u.a. das Kesselhaus und das Dach des Maschinenhauses. Beides wurde wieder aufgebaut.

1934 heiratete Georg B├╝nting Emma Helene Herks aus Jeddeloh


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Das B├╝ntingsche Elektrizit├Ątswerk bestand bis zum 1. August 1939, als die privaten und genossenschaftlichen Unternehmen dieser Art ihre Selbstst├Ąndigkeit verloren und an den Landeselektrizit├Ątsverband Oldenburg (Energieversorgung) ├╝bergingen.





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Das Bild zeigt die Familie B├╝nting von links nach rechts: Gerhard, Emma Helene (geb. Herks), Georg, Hanna (jetzt verheiratete Schultze, Anna Pauline, Hermann.

image Neben der Stromerzeugung wurde eine mit Maschinen, Drehb├Ąnken usw. sehr gut ausgestattete und weithin bekannte Maschinenfabrik betrieben. In dieser Fabrik befanden sich sehr gro├če Drehb├Ąnke. Aus dem ganzen norddeutschen Raum wurden Teile hier bearbeitet.

Auch Elektroinstallationen wurden ausgef├╝hrt.

Angeschlossen war ferner eine Lohndrescherei. Als Antrieb f├╝r die Dreschmaschinen wurde anf├Ąnglich ein Dampflokomobil eingesetzt. Sp├Ąter benutzte man Elektromotoren (siehe Bild) zum Antrieb.

image Mitarbeiter zogen nach der Erntezeit mit den Dreschmaschinen von Hof zu Hof um das geerntete und eingelagerte Getreide zu dreschen.

1958 starb Georg B├╝nting.

1958 wird das Haus und die Fabrikanlage an Gerhard und Wilhelm Feldhus und Gerold Jeddeloh verkauft.

Ein Elektrogesch├Ąft, gef├╝hrt von Evert Kruse, wird in dem Privathaus eingerichtet. Evert betrieb dieses Gesch├Ąft bis 1961.

image Anschlie├čend bis zu der Aufgabe im Jahre 1968 wurde dieses Gesch├Ąft von Hans Gerdes, der sich besonders dem Radio- und Fernsehbereich zuwandte, weitergef├╝hrt. Hans Gerdes war an den Wochenenden auf Sportpl├Ątzen und Veranstaltungen mit seiner Laufsprecheranlage zu finden.

1959 werden Geb├Ąudeteile abgebrochen.

1959 werden die Restgrundst├╝cke an die Erbengemeinschaft verteilt.

1960 baut Gerhard B├╝nting: Neues Haus, Hinterm Rhaden 7 1963

1963 baut Hermann B├╝nting: Neues Haus, Jeddeloher Damm 35

1966 stirbt Anna B├╝nting, geb. Grabhorn, 84 Jahre

1968 wurde die Firma Industrieberatung K.B├╝nting gegr├╝ndet

1976 ist die Einzelhandelserlaubnis erteilt worden.

1978 schlie├čt Firma B├╝nting den Handelsvertrag mit der Hartmetallfirma SECO ab.

1997 gr├╝ndet Thomas B├╝nting die Firma TBKH, die sich auf den Verkauf von Hartmetallrahmen sowie Hartmetallformteilen und Laserzubeh├Âr spezialisiert.

2002 wurden die Firmen TBKH und Industrieberatung K. B├╝nting zur Firma Industrieberatung Thomas B├╝nting zusammengef├╝hrt. Thomas B├╝nting ├╝bernimmt die Firmenleitung der beiden Firmen und baut sie weiter aus.

Weitere Informationen unter: www.b├╝nting.com oder www.buenting.at

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